03.2018 - Endlich sportlich unterwegs mit dem Bilstein B14!


Heute berichtet Charleen aus der „Werkstatt“ zum Einbau des Bilstein-Fahrwerks.

 

Pünktlich zum Saisonstart hat der C30 endlich das Bilstein B14 Gewindefahrwerk mit Druck- und Zugstufenverstellung verbaut bekommen. Der Wechsel auf ein vernünftiges Sportfahrwerk war mit Blick auf die Nordschleife, die sich für April ankündigte, auch zwingend notwendig. Zwar war ich mit der optischen Tieferlegung der zuvor verbauten Eibachfedern sehr zufrieden, für die Seriendämpfer war das aber suboptimal. Laut Gutachten legt das Eibach Pro-Kit den C30 vorn 40mm und hinten 20mm tiefer, weshalb grundsätzlich auch die Weiterverwendung der Seriendämpfer möglich ist. Jedoch wurde daraus nach dem Setzen locker eine Tieferlegung von 50mm an der Vorder- und 30mm an der Hinterachse. Das überfordert die Seriendämpfer des R-Design-Fahrwerks, was sich besonders beim Überfahren von Bodenwellen bei höheren Geschwindigkeiten und bei schnell hintereinander erfolgenden Anregungen bemerkbar macht. Das führt zu einem permanenten Nachwippen des Aufbaus, was auf der Autobahn zwar nicht unsicher, aber unkomfortabel und auch einfach nervig ist. Das gleiche Verhalten zeigt sich bei zügigen Kurvenfahrten. Der C30 wurde schnell unruhig und fühlte sich einfach nicht mehr straff an. Aber Gott sei Dank lief uns über den Winter ein wenig gebrauchtes B14 über den Weg, das nun zum Einbau bereit lag.

 

Eigentlich ist ja beim Fahrwerkstausch immer irgendwas. Meistens nerven feste Schrauben, oder man stellt beim Auseinanderbauen fest, dass noch weitere Teile getauscht werden sollten. Entgegen diesen Erwartungen verlief der Wechsel des Fahrwerks jedoch zügig und unproblematisch. Lediglich für die Federbeine an der Vorderachse mussten ein paar Verkrustungen per Hand weggeschliffen werden. Dank der Schraubererfahrung unseres Kumpels war das Fahrwerk inklusive neuer Domlager (vielen Dank an Skandix) also fix verbaut.

 

Eine Info am Rande zu den Domlagern in der P1-Plattform.

Wer es noch nicht weiß – es gibt zwei unterschiedliche Domlager. Zum einen das ganz normale Serienfahrwerk-Domlager und das Domlager aus dem R-Design-Fahrwerk. Das Domlager aus dem R-Design-Fahrwerk soll laut Volvo haltbarer sein, wenn ein Sportfahrwerk verbaut ist und deutlich besser mit einer Tieferlegung zurechtkommen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass diese Aussage zu stimmen scheint. Daniel hat in seinem C30 in Kombination mit dem Bilstein B14 die Serien-Domlager jahrelang verbaut gehabt. Er hatte damit einen sehr hohen Verschleiß an Domlagern, da die normale Ausführung anscheinend Probleme mit den Sportdämpfern hat.

 

Ich habe zwar zwischenzeitlich mit dem Gedanken gespielt, Uniball-Domlager zu verbauen (K-Sport hat passende im Angebot), aber bislang konnte ich mich noch nicht zu diesem Versuch durchringen. Grund dafür ist die jeweils 520 km lange An- und auch wieder Abreise zur / von der Nordschleife. Aus dem Grund muss der C30 alltagstauglich bleiben. Einige haben darüber berichtet, dass die Uniball-Domlager mit Komforteinbußen einhergehen. Deshalb bleibt es vorerst bei der Lösung mit den Serienteilen. Eventuell teste ich das mit dem nächsten Fahrwerk, was bestimmt irgendwann kommen wird.

 

Mittlerweile hat das Fahrwerk schon einige tausend Kilometer abgespult, davon knapp 330 km auf der Nordschleife. Im Alltag sowie auch im Rundstreckenbetrieb fährt sich das Bilstein B14 sehr solide und sportlich, ohne dass man von den oft schlechten deutschen Straßen zu stark durchgeschüttelt wird. Des Öfteren liest man im Netz, dass das Heck unruhig wird und das B14 nicht optimal auf den C30 abgestimmt ist. Diese Meinung kann ich jedoch nicht bestätigen. Ganz im Gegenteil – auf der Nordschleife hatte ich in keinem Moment das Gefühl, dass das Heck unruhig ist. Insbesondere in den schnellen Wechselkurven nach dem Karussell auf dem Weg zum Brünnchen liegt der C30 mit dem B14 sehr straff und sicher, und dass trotz der an der Vorderachse verbauten oberen und unteren Domstrebe. Für den Einstieg und in der Preisklasse ist das B14 eine sehr gute Alternative zu einer alleinigen Tieferlegung mit Federn, weil das Fahrverhalten deutlich runder und auch sicherer ist als mit dem für sportliche Zwecke zu weichen Serienfahrwerk oder dem eingangs beschriebenen, zu tiefen Pro-Kit.

 

Warum aber nicht gleich ein KW-Fahrwerk oder z.B. das Zwei-Wege-Bilstein B16?

In erster Linie ist das eine ökonomische Entscheidung, wenn man ein gebrauchtes, qualitativ hochwertiges Fahrwerk in gutem Zustand für einen Bruchteil des Preises bekommt. Es geht hier in erster Linie darum, schrittweise herauszuarbeiten, welche Veränderungen zum C30 passen, um damit gleichzeitig die langen Fahrten und die Prüfungen auf der Nordschleife zu bestreiten. Wir müssen haushalten, um gleichzeitig auch die Themen Bremse, Radsatz, weitere Fahrwerksteile, Motorperipherie und Verschleiß in bester Qualität abdecken zu können. Jeder Volvo-Fahrer, der sich schon einmal mit diesen Themen auseinandergesetzt hat, kennt die Situation, dass für unsere Marke die Auswahl schmal und die Preise hoch sind. Deshalb, und um grundsätzlich erstmal in das Projekt reinzukommen, ohne gleich alles für eine Baustelle zu verbraten und mit Kanonen auf kleine Elche zu schießen, also die Entscheidung für die „kleine“ Lösung.

 

Sobald ich mehr Rundstreckenerfahrung besitze und vor allem der Bedarf für ein Upgrade wächst, weil ich den C30 fahrdynamisch deutlich häufiger sicher im Grenzbereich bewegen kann, macht es sicherlich Sinn, das Thema Fahrwerk erneut anzugehen. Mehr Qualität für den Preis geht an dieser Stelle aber erstmal u.E. nicht.

 

Doch es würde ja noch deutlich günstiger gehen. Fahrwerke, auch höhenverstellbare, bekommt man ja bereits neu von einigen Herstellern für weniger als den Gebrauchtpreis eines Bilstein B14. Warum war das für uns von Beginn an keine Option?

 

Der hauptausschlaggebende Punkt ist definitiv der Einsatzbereich des C30. Da die GLP auf der Nordschleife ausgetragen wird und die „grüne Hölle“ zu Recht als eine der anspruchsvollsten Strecken für Besatzung und Material gilt, hat das Thema Sicherheit die höchste Priorität. Pro Lauf absolvieren wir rund 250km auf der Eifel-Achterbahn. Das entspricht, stramm gefahren, wahrscheinlich locker dem vierfachen Pendant auf der Straße. Nennt es altmodisch, aber wir vertrauen deshalb lieber auf Marken, die seit Jahrzehnten dort testen und in vielen Fällen Erstausrüster für sportliche Serienautos und Rennsportteams sind. Gerade auf dieser Strecke ist die beste Lösung ein Fahrwerk mit ordentlichem Restfederweg, dass auch die Rüttelabschnitte und Belagwechsel gut verkraftet und die Reifen permanent sicher auf der Straße hält. Der erste Blick auf die Fahrzeuge in der Schlange zur technischen Abnahme hat gezeigt, dass wir damit einen richtigen Schritt getan haben.

 

Zu guter Letzt möchte ich noch auf zwei sehr interessante Artikel von Bilstein verweisen:

Zum einen auf den Artikel zum Thema "Warum No-Name-Luftfedermodule ein Sicherheitsrisiko darstellen". Dieser Artikel beschreibt ausführlich, wo die Qualitätsunterschiede liegen und warum man beim Thema Fahrwerk keine Kompromisse eingehen sollte:

https://www.bilstein.com/int/de/blog/warum-no-name-luftfedermodule-aus-dem-internet-ein-sicherheitsrisiko-darstellen/

 

Der zweite Artikel beschäftigt sich rund ums Thema Fahrwerk und Fahrwerkstechnik. Der Artikel gibt einen Einblick in das Grundwissen zur Aufgabe und Funktion von Dämpfer und Feder:

https://www.bilstein.com/int/de/technologie-und-wissen/grundwissen/

 

Viel Freude beim Lesen!

 

Pictures by Charleen Rümling

10.2014 - Die Tieferlegung...


Trotz des r-Design Fahrwerks machte der C30 eher den Eindruck ein XC30 sein zu wollen. Zwar ist das Fahrwerk von Haus aus nicht das allerschlechteste, trotzdem ist dort noch einiges an Luft nach oben. Eine schnelle und kostentechnisch überschaubare Lösung bieten die Eibach-Federn mit einer Tieferlegung von 30mm laut Gutachten. Diese sind bislang zusammen mit den Seriendämpfern auch immer noch verbaut, da ich im Alltag bislang keinen Bedarf für mehr sah.

Aus Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass der C30 deutlich tiefer als 30mm liegt und andere Dämpfer mit Sicherheit sinnvoller sind. Da ich mich jedoch dem Thema Fahrwerk bis zur Saison 2018 intensiver widmen möchte, verbleiben die Seriendämpfer die restliche Zeit nun auch noch in dieser Kombination.

Bislang haben die Seriendämpfer auch alles anstandlos mitgemacht, und das mittlerweile seit 2 Jahren mit recht sportlicher Fahrweise.

Folgend ein bildlicher Beweis, wie sehr sich der Federnwechsel auf die Optik auswirkt:

Pictures by Charleen Rümling (left) and Jens Horstmann (right)