volvo c30, by Daniel


Einer für geradeaus...

Wie kam ich zum C30? Puh, das ist schon eine Weile her. Das wird jetzt hier so eine Art mehrteiliger Trip in die Vergangenheit, das nur als Vorwarnung. Es soll niemand sagen, er hätte von nichts gewusst! Es wird hier und da wohl selbstkritisch, aber mein Gott, jugendlicher Leichtsinn! Und was war das für eine Zeit im beschaulichen Siegerland, mit seinen Wäldern und Feldern, und kleinen Flüssen (sorry Tolkien/Peter Jackson, aber hey, Auenland, Siegerland, das passt schon echt gut). Auf jeden Fall war es eine Zeit, zu der ich noch kein einziges graues Haar hatte! Einige von den heute Vorhandenen gehen aber mit Sicherheit auf das Konto des C. :-)

 

 

2009 war das. Ich besaß zu dem Zeitpunkt einen V40 1.9D aus der ersten Generation mit den üblichen Upgrades, an die man sich so herantastet. Eine kleine Box für mehr Bums, ein schicker Radsatz, Brembo-Scheiben zum Einfangen des überbordenden Drehmoments (!) und noch ein paar andere Sachen, die mein Budget als Nebentätigkeits-Student so hergab. Schwarz mit beigen Stoff-Sitzen. Ein herrlicher Langstrecken-Läufer, aber ein Aufreißer sieht irgendwie anders aus. Und der Diesel nagelte zwar leiser als die Rappelbutzen aus Wolfsburg, aber so richtiges Feeling wollte da nicht aufkommen. Die Begeisterung für Autos und insbesondere Volvos war aber definitiv geweckt.

 

 

Tja, und dann 2009. Für die jüngeren Leser: Da waren Diesel noch cool, und man konnte sie fahren, ohne sich der tausendfachen Körperverletzung schuldig zu machen. Was ist da noch passiert? Der deutsche Staat erwarb Teile der Commerzbank (da erinnert sich der Volkswirt, glühender Verfechter der sozialen Marktwirtschaft, No-Go!). Die Glühbirne wurde abgeschafft. Volvo gehörte noch zu Ford. Lang lang ists her.

 

 

Und dann sticht mich im Frühjahr pünktlich zur Autosaison plötzlich der Hafer. Der gar nicht so langweilige Kombi soll weg, und ein Fünfzylinder-Turbo muss her. Der Virus des Volvopower-Forums hat mich fest im Griff (richtig, das Forum, nicht der Facebook-Abklatsch, der damals noch nicht mal in Sichtweite war). Was gibt es denn da so? S60 I T5? Irgendwie zu hausbacken, zu Wackel-Dackel-hutablagig. Was Älteres, eine 850 Limo vielleicht? Cool, aber ich will etwas Modernes. 135i Coupé? Ja gut, Sechszylinder-Biturbo, aber come on! Geil, aber zu teuer. Die Suche gestaltet sich schwieriger, als ich dachte. Aber halt, ich hatte doch vor kurzem mal einen Leihwagen, als mein V40 zur Inspektion war…

 

Und dann kam es, wie es kommen musste. Ein bisschen Mobile hier, ein bisschen Autoverkäufer-Onkel-Tipps da, und dann steht ein Kracher vorm WG-Haus:

Ein C30 T5 aus erster Hand, keine 10Tkm gelaufen, ehemaliges Volvo-Deutschland-Mitarbeiter-Fahrzeug. In der Traumkombination Cosmic-Java, fast volle Hütte, M66-handgerissen mit einem der besten Schaltgetriebe, die ich kenne. Summum, Sport-Paket (Vorläufer des R-Design, nur da konnte man beim Paket noch die Bodykit-Farbe nach bestimmten Vorgaben wählen). Bleischwere E-Ledersitze, auf beiden Seiten. Wahrscheinlich einer der schwersten C30, die je das Werk im belgischen Gent verlassen haben, aber ich mag eben Ausstattung. Und on top noch das Schiebedach! Ich liebe es. Bis zum Sommer 2015, aber dazu später mehr. Leider steht er auf ziemlich hässlichen 17“ Mestra, aber irgendwas ist ja immer. Und bei Felgen lässt sich ja bekanntlich Abhilfe schaffen. Aber erstmal ab hinters Lenkrad, nicht schlecht für einen Daily, die 320 Nm gehen gut nach vorn! Da braucht kein Mensch mehr Leistung oder Drehmoment! Äh, ja, mal sehen, wie lange das hält.

 

Und das beste Kennzeichen ever begrüßt mich jeden Tag…

Pictures by Daniel Schumann
Pictures by Daniel Schumann